Entwicklungskonzept zur Realisierung von Kompensationsmaßnahmen im Bereich Marburg von 2003

Entwicklungskonzept zur Realisierung von Kompensationsmaßnahmen im Bereich Marburg von 2003

Aufgabenstellung

Der Kreis Gütersloh plant den Neubau des Anschlusses der K 06 (,,Rentruper Straße“) an die BAB A 2. Mit der geplanten Baumaßnahme sind gemäß Landschaftsgesetz Nordrhein-Westfalen. Eingriffe in den Naturhaushalt verbunden, die auszugleichen sind. Bei den vom Eingriff betroffenen Biotopen mit hoher Bedeutung für den Naturhaushalt handelt es sich im Wesentlichen um Eichen- bzw. Eichen-Hainbuchenwälder.

Es wird beabsichtigt, die Ausgleichsmaßnahmen im Zusammenhang oder innerhalb von für den Naturhaushalt wertvollen Waldkomplexen im Bereich Marburg zu realisieren. Aufgabe der vorliegenden Planung ist es, ein Entwicklungskonzept zur ökologischen Aufwertung für die Waldgebiete Harnbusch, Stadtholz Rheda und Vogelsang einschließlich angrenzender Waldbereiche zu erarbeiten.

Entsprechend der Aufgabenstellung ist das Untersuchungsgebiet auf die beschriebenen Waldgebiete begrenzt.

Entwicklungsziele

  • Entwicklung von naturnahen Laubwäldern durch Erstaufforstung (MA1)
  • Umwandlung von Fichtenwäldern in naturnahe Laubwälder (MA2)
  • Umwandlung von Fichtenwäldern in naturnahe Laubwälder im Bereich von Windwurfflächen (MA3)
  • Entwicklung von naturnahen Laubwäldern durch Erstaufforstung von Grünlandflächen (MA4)
  • Extensivierung der Grünlandnutzung (MA5)
  • Entwicklung von strukturreichen Waldrändern (MA6)
  • Entwicklung von naturnahen Laubwäldern durch Umwandlung von Kiefernwäldern (MA7)
  • Entwicklung von naturnahen Laubwäldern durch Erstaufforstung von Ackerflächen (MA8)

Entwicklungsmaßnahmen

  • Naturverjüngung bei Erhaltung der genetischen Vielfalt,
  • pflegliches Vergehen, insbesondere bei Verjüngungsmaßnahmen,
  • Verzicht auf Pflanzenschutzmittel,
  • Hinwirken auf Wilddichten, die den Waldbeständen und ihrer Verjüngung angepasst sind,
  • Belassen von stehendem und liegendem Totholz, Belassen von Altholz zur Sicherung der Steigerung der Artenvielfalt an Pflanzen und Tieren,
  • langfristiger Verzicht auf die Unterhaltung vorhandener Entwässerungseinrichtungen sowie teilweisen Rückbau vorhandener Entwässerungsgräben zur Wiederherstellung des natürlichen Gebietswasserhaushaltes,
  • kein weiterer Waldwegebau.