Nadelholzbestand im Waldgebiet Putz

Lagebeschreibung:

Nördlich der Ortslage Kirchdorf in Herzebrock

Beschreibung und Bewertung der Ist-Situation

Fettweide am westlichen Rand der Waldflächen. Intensiv genutztes Wirtschaftsgrünland, das pflanzensoziologisch den Weidelgras-Weißklee-Weiden, zuzuordnen ist.

Flächengröße: 6.400 m2

Fichtenbestand, geschlossener Fichten-Reinbestand mit einzelnen Birken und Roterlen und Kiefern aus Stangenholz bis geringes Baumholz auf wechselfeuchten Pseudogley-Podsolen ohne Krautschicht mit flächigem Moosbewuchs.

Flächengröße:

  • Gesamtfläche: 25.200 m2
  • Anteil an Fichten- und Kiefern-Bestände: 22.300 m2
  • Anteil an Roterlen- und Birken-Bestände: 2.900 m2

Die Fichtenbestände stehen in Benachbarung zu naturnahen Eichen-Hainbuchenwälder aus überwiegend Stieleichen. Weitere Baumarten: Hainbuchen, Birke und Rotbuche. Innerhalb des Waldgebietes Putz wurden in den letzten ca. 35 Jahren großflächig Stieleichen und im geringen Umfang Rotbuchen aufgeforstet, so dass sich hier in Verbindung mit den bis ca. 200 Jahre alten Eichenbeständen mittel und langfristig ein naturnaher Eichen-Hainbuchenwaldkomplex im kleinflächigen Wechsel mit Buchenbeständen einstellen wird, der für den Biotop- und Artenschutz von besonderer Bedeutung ist.

Bewertung der Maßnahmenflächen:

Aufgrund der Bodenverhältnisse und der bereits durchgeführten Aufforstungsmaßnahmen hat das Waldgebiet Putz ein hohes Aufwertungspotenzial.

  • naturferner standortfremder Fichtenbestand mit saurer Rohhumusauflage, artenarm.
  • artenarme Grünlandflächen

Maßnahmenplanung

Entwicklung eines naturnahen artenreichen Offenlandkomplexes durch vorzeitige Entnahme der Hybridpappeln. Belassen der Gehölze im Unterstand zur Abschirmung der Schemmwiese zur K 10. Einbindung der Fläche in die Pflegemaßnahmen im Bereich der Schemmwiese.

Entwicklung von naturnahen Laubwäldern

Entwicklung eines naturnahen Sternmieren-Eichen-Hainbuchenwaldkomplexes durch vorzeitige Umwandlung des Fichtenbestandes mit folgenden Maßnahmen:

  • Vorzeitige Entnahme aller Fichten
  • Aufforstung mit vorrangig Stieleichen je-nach Bodenfeuchte mit folgenden Baumarten:
    • Feuchte – nasse Bereiche:
      • Kernbereich: 70 % Stieleichen, 15 % Roterle, 15 % Hainbuche
      • Waldränder, Breite 15 m, mit BeimenguPg von insgesamt 50 % Nebenbaumarten und Straucharten Vogelkirsche, Schlehe, Hasel, Holzbirne, Hainbuche
    • Frische – feuchte Bereiche
      • Kernbereich: 65 % Stieleichen, 20 % Winterlinde, 15 % Hainbuche
      • Waldränder, Breite 15 m, mit Beimengung von insgesamt 50 % Nebenbaumarten und Straucharten: Vogelkirsche, Frühe Traubenkirsche, Hasel, Holzbirne, Hainbuche, Feldahorn
  • Dauerhafte Einbindung der angrenzenden Eichen- und Buchenwälder in eine naturnahe Waldbewirtschaftung, insbesondere kahlschlagsfreie Bewirtschaftung und Altholzerhalt gemäß der PEFC Richtlinien.
  • Zur Minderung der Beunruhigung von Waldflächen durch Erholungsnutzung, werden im Waldmantel parallel zum Fußweg verstärkt Schlehen gepflanzt. Die Schlehenpflanzung erfolgt in der ersten und zweiten Reihe.

Naturnahe Pflege und Bewirtschaftung mit Förderung der Zielbaumarten Stieleiche, Buchen und Hainbuchen sowie Hasel, Weißdorn und Frühe Traubenkirsche im Unterstand. Schaffung naturnaher lichter Bestände.

Entwicklungsmaßnahmen im Bereich der Grünlandfläche

  • Extensivierung der Nutzung der Grünlandfläche durch Verzicht auf Düngung und Reduzierung der Anzahl der Weidetiere mit folgenden Auflagen:
  • Mähweidenutzung: erster Schnitt mit Abräumen des Mähgutes ab 15.06., danach Beweidung mit bis zu 4 GVE/ha bis zum 31 .10., keine Düngung, kein Pflegeumbruch, keine Entwässerungsmaßnahmen, keine Zufütterung
  • Alternativ Wiesennutzung: erster Schnitt ab 15.06., zweiter Schnitt ab 01 .09., Mähgut abräumen, keine Düngung, kein Pflegeumbruch, keine Entwässerungsmaßnahmen

Anlage von zwei Teichen als Artenschutzgewässer


Planunterlagen

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